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Komm mit nach Schweden - Gotland

Gotland, Schwedens größte Insel, reizt uns schon lange. Seit im August nun eine neue Fährverbindung von Rostock nach Nynäshamn existiert, die einmal in der Woche in Visby, auf Gotland, hält, haben wir uns endlich auf die Reise gemacht. Auf diese, unsere Reise, nehme ich dich hier gern mit. Jenachdem was du für Interessen und Wünsche hast, kann deine Reise nach Gotland ganz anders aussehen.

Wir reisen mit dem Zug nach Rostock. Als Passagiere ohne Auto werden wir über das Autodeck zu Fuß an Bord gebracht, dann erst werden die Autos verladen - im Herbst sind das nicht allzuviele, das Boarding verläuft völlig ohne Stress. Es folgen 15 Stunden Fährfahrt mit Außenkabine, einem Abendessen, einem Frühstück und viel Meerguckzeit auf einem fast leeren Schiff.

Wenn du Glück hast, kannst du bei der Überfahrt am Morgen im Sonnenaufgang in der Ferne die Karlsinseln sehen. Die Große und die Kleine Karlsinsel (Stora Karlsön und Lilla Karlsön) sind Naturschutzgebiete und können nur im Sommer besucht werden; da gibt es dann tägliche Fährverbindungen von Klintehamn aus. Stora Karlsön (die große also) ragt markant mit senkrechten Klippen aus dem Meer.

Karlsöarna

 

Die MS Drotten legt in Visby gegen 10 Uhr am Vormittag an und an diesem Herbstag sind es nicht viele, die das Schiff verlassen. Den Ankunftstag nutzen wir gleich, um zu Fuß die Stadt Visby zu erkunden. Der Hafen liegt direkt neben dem Zentrum der Stadt.

Visby ist von einer mittelalterlichen Mauer von mehr als 3 km Länge umgeben - und sowohl die Mauer als auch die Stadt selbst mit ihrer mittelalterlichen Bebauung sind der Grund, warum Visby heute zum Weltkulturerbe gehört.

Wir lassen uns durch die steilen Gässchen treiben, spazieren an den unzähligen gotischen Kirchenruinen vorbei, staunen über die teilweise winzigen Häuschen und bewundern die stattlichen Wohnbauten der reichen Händler aus der Hansezeit. Immer wieder erhaschen wir einen Blick auf die Ostsee!

Natürlich machen wir auch immer wieder eine Fika. Eine klassisch schwedische Kaffeepause, strecken die Beine aus, genießen die eine oder andere Zimtschnecke und schlürfen heißen Kaffee. Noch ist das Wetter so, dass man eingemummelt auch draußen sitzen kann.

Fika Café Gula Huset

 

Ganz oben auf unserer Besichtigungsliste steht Fårö. Dort gibt es mehrere Kalksteinsäulen-Felder (Kalksteinsäule heißt auf Schwedisch "rauk", das ist eine; wenn du von mehreren sprichst, sag "raukar"), von denen jedes mit ganz eigenen Formationen aufwartet. Nimm einen Picknickkorb mit, denn unterwegs gibt es viele lauschige Orte, zum Pausieren. Wir sind im Oktober gereist, da sind bereits alle Cafés und ähnliches auf dem Lande geschlossen. Dafür fahren wir auch ganz allein die Küstenstraße von Lauter nach Langhammar - ca. 4 km. Auf Fårö kannst du mindestens einen Tag zubringen.

Gamle Hamn Fårö
Gamle Hamn

 

In Gamle Hamn steht der berühmte Hund

Hund, Kaffepannan, Fårö

 

Lauter

Raukar in Lauter

 

Kalksteinsäulen in Langhammar

Langhammar, Fårö
Raukar in Langhammar, Fårö
Raukar in Langhammar, Fårö
Raukar in Langhammar, Fårö

 

Der Regisseur Ingmar Bergman verbrachte auf Fårö viele Jahre seines Lebens und hat seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof von Fårö kyrka gefunden. Das Bergman Center informiert über den berühmten Regisseur, ist aber nur bis Ende August geöffnet - auf Bergmans Spuren kannst du trotzdem wandeln, denn Küste, Wald und Meer auf Fårö haben Bergman stark beeinflusst. Just in diesem Jahr ist der Spielfilm "Bergman Island" erschienen, der auf Fårö gedreht wurde. Für mich eine perfekte Ergänzung zu unserer Gotlandreise.

Seit meiner Kindheit reizen mich Hünengräber, Steinsetzungen u.ä. und ich komme ganz schwer daran vorbei. Ich kann gar nicht so genau sagen, was mich eigentlich so sehr an diesen uralten Stätten so fasziniert - vielleicht gerade das Uralte. Auf Gotland jedenfalls komme ich da voll auf meine Kosten und wir machen eine kleine Rundreise zu drei fantastischen Schiffssetzungen (auf Schwedisch: skeppsättning). Bei einer Schiffssetzung sind aufrecht stehende Steine so angeordnet, dass diese Anordnung aus der Vogelpersepktive einem Schiffsrumpf ähnelt.

Direkt an der "großen" Straße bei Gannarve sehen wir die erste. Sie ist ca. 29 m lang. Man versteht sofort, warum gerade diese Stelle als Begräbnisort gewählt wurde. Der Blick kann ungehindert übers Meer schweifen. In der Ferne sieht man die Karlsinseln.

Die zweite müssen wir ein bisschen suchen, wir finden sie nahe Klintehamn in Rannarve mitten im Wald. Es sind vier Schiffe in einer Reihe. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ein paar Meter weiter findet sich auch gleich noch ein Steinhügel ("ett röse" auf schwedisch) aus der Bronzezeit.

Die dritte Schiffssetzung, ca. 13 m lang, steht im Dorf Djupvik ebenfalls am Meer.

 

Für unseren dritten Tag mit Auto fahren wir nach Südosten, wo wir leider wieder feststellen müssen, dass Cafés und Restaurants auf dem Land im Oktober nicht mehr geöffnet haben.

So kommen wir in den ungeahnten Genuss, den Picknickplatz im Raukfeld in Folhammar belegen zu können, um dort unseren Einkauf im örtlichen Coop zu verspeisen.

Klar, genau das kaufen wir uns oft für ein schnelles Picknick: Brot, räksallad - Garnelensalat, räkost - Schmelzkäse mit Garnelen aus der Tube, eingelegten Hering, fil - eine Art Dickmilch, hallonsoda - Himbeerbrause und ein paar bakelser - Gebäckstücke.
Überall an Gotlands Küste liegen kleine, alte Fischerdörfer - fiskeläge (Wikipedia übersetzt das Wort als Fischerstellen, was die Bedeutung meines Erachtens gut trifft). Diese Fischerstellen bestehen aus einer Ansammlung (oft in Reihe) winziger Hütten, die saisonal bewohnt wurden. Auf Gotland sind davon viele erhalten und sie stehen unter Denkmalschutz.
Helgumannens fiskeläge

 Djupviks fiskeläge

Vavle fiskeläge

 

 Grynge fiskeläge

 

An den beiden folgenden Tagen haben wir Fahrräder ausgeliehen und kleine Touren um Visby gemacht. Zum Beispiel wollten wir noch einen Blick auf die Villa Kunterbunt aus den Pippi-Langstrumpf-Filmen werfen. Sie liegt südlich von Visby in einem Ort namens Kneippbyn. Um die Villa drumherum ist ein Themenpark errichtet worden, der im Sommer wohl voller Menschen ist, dafür kommt man an die Villa Kunterbunt heran. Wir mussten uns mit einem Blick durch den Zaun begnügen.

 

Am Abend vor der Abreise bummelten wir noch einmal durch Visby.

 

 

Und hier meine 5 liebsten Tipps für dich, wenn du auf Gotland bist:

  • Mach Fika im Café Gula Huset in Visby und lass dich von Hans Fröhlichkeit anstecken.
  • Fahr nach Fårö und sieh dir die Kalksteinsäulen in Gamle Hamn, Lauter und Langhammar an.
  • Lauf um die Stadtmauer von Visby.
  • Reite wie Pippi Langstrumpf auf einem Schimmel durch das Tor Brunnsporten in Visby ein (falls du kein Pferd zur Hand hast, kannst du ein Fahrrad nehmen).
  • Sieh dir die 13 gotischen Kirchenruinen in Visby an.

Und wie kann es anders sein, auch auf Gotland gibt es die berühmten Briefkastenschlangen an den Straßen: